7. Dezember

Dieses Väterchen Frost ist vor vielen Jahren in meiner Werksatt entstanden und schon lange in einem anderen Haus heimisch geworden.

Groß und klein sind immer wieder Themen in der Wollwerkstatt. Wer passt zu wem, wer achtet auf wen, wer begleitet wen? Einsame Figuren und sind sie noch so majestätisch rühren mich an. Ich bin dann immer versucht, ihnen Begleiter oder Begleiterinnen zu verschaffen. Die Frage ist, ob es damit zusammenhängzt, dass ich so ungern über lange Zeit alleine bin oder ob es eher mit meiner Vorstellung des Bildhaften zu tun hat. Ich mag es einfach, wenn etwas nicht allein steht. Wie geht es Euch mit Solitären?

6. Dezember

Und schon gibt es Diskussionen, wer wohl was halten darf. Halt, ihr beiden, so ein Lämmchen ist doch kein Spielzeug…

Habt einen schönen Nikolaustag, wir werden hier mal gemeinsam überlegen, wie die Beiden zusammen finden können. Der kleine Kerl ist ja nun doch ein Dauergast. Also finden wir Wege miteinander auszukommen. Mal sehen, ob uns das gelingt.

3. Dezember

Klein, aber fein dürfen sich diese traditionellen Figuren auf die Reise machen. Sie sollen abgeholt werden. Das ist immer ein merkwürdiger Moment, wenn ich mich verabschieden muss von den kleinen Wollwerken. OIch dachte vor Jahren, man würde sich daran gewöhnen, doch dem ist irgendwie nicht so. Man vertbringt so viel Zeit mit den kleinen Wesen, da darf auch die Filzerin einen Moment zögern. Es gibt sogar Wesen, die kann ich bis heute nciht gehen lassen. Vielleicht lernt ihr sioe ja mal kennen.

2. Dezember

Noch ist der kleine Engel etwas unsicher auf den Beinen und überlegt, ob es ihm hier gefällt. Sie muss noch zwei Tage alleine bleiben, denn da sind noch Bestellungen, die schon lange warten und denen sich so manche Umleitung in den Weg gelegt hatten.

Es ist das große Glück am Filztisch, wenn aus watteweicher Wolle ein Wesen entsteht, dem man ansieht, wie es ihm gerade geht. Oder ist es die Stimmung der Filzerin, die sich in der Arbeit einprägt. Ich merke immer wieder, wie wichtig Ruhe und innere Kraft beim Filzen sind. Ungeduld „bestraft“ die Wolle oftmals indem sie sich nicht verbinden will oder aus der Form gerät. Und an manchen Tagen wird auch umgekehrt ein klitzekleiner roter Schuh daraus. Wenn die Unruhe zu groß ist, dann fordert die Wolle Einkehr und Gelassenheit. Da helfen Übungen – und in diesem Jahr will ich Gesichter üben, an den verschiedensten Wesen… ich bin selbst so gespannt. Auf einen Ausdruckstarken Advent!

1. Dezember

Heute habe ich mal die Werkstatt aufgeräumt. Es war notwendig, so Vieles ist in den letzten Wochen in Unordnung geraten… und als er endlich leer war, mein Filztisch, da dachte ich, er ist wie der Advent 2019. Noch sind da 24 Tage, die kreativ gefüllt werden können, zu besonderen Experimenten einladen, Altvertrautes entstehen lassen könnten, Entspannung bieten und die Vorfreude auf das Besondere wachsen lassen. Sie könnten auch im Trubel und der Berieselung verbracht werden. Sie könnten mich dazu verleiten, fremde Erwartungen wichtiger zu nehmen, als meine eigenen. Aber egal was immer ich zulasse oder selbst in die Hand nehme, ohne Filztisch geht der Advent dieses Jahr nicht. Zu oft hat er mich vermisst und ich ihn. Ich brauche in diesem Jahr diese Tage zum Üben und forschen. 24 Mal ein Thema bearbeiten und doch immer anderes dabei erfahren. Vielleicht finden sich Menschen, die mit mir kommen wollen. Ich würde mich freuen. Eine wunderstille Adventszeit euch!